Losi Bau

02 · Betoninstandsetzung

Beton­instand­setzung in Augsburg

Beton hält lange, aber nicht ewig. Wir setzen geschädigte Stahlbetonbauteile instand: Betonersatz, Bewehrungsschutz, Rissverpressung und Oberflächenschutz, ausgeführt nach TR Instandhaltung.

  • RegelwerkTR Instandhaltung, Ausführung nach Planung
  • LeitungBauingenieur B. Eng., persönlich auf der Baustelle
  • GebietAugsburg, Schwaben, Großraum München

Der Schaden

Zwei Vorgänge setzen dem Beton zu. Sie wirken unterschiedlich.

Beide zerstören den Rostschutz des Bewehrungsstahls, der eine langsam und flächig, der andere punktuell und tief. Welcher vorliegt, bestimmt den Umfang der Instandsetzung.

  1. Karbonatisierung Kohlendioxid aus der Luft senkt langsam und flächig den Alkaligehalt des Betons. Die Passivschicht um den Stahl verschwindet, er beginnt großflächig zu rosten.
  2. Chlorideintrag Tausalz gelangt in den Beton und löst Lochfraß aus, örtlich begrenzt, dafür tief. Deshalb sind Tiefgaragen und Parkdecks besonders betroffen.
  3. Volumenzunahme Rostender Stahl braucht mehr Platz als blanker. Er drückt von innen gegen den umgebenden Beton.
  4. Absprengung Was als Haarriss anfängt, endet als abgeplatzte Fläche mit freiliegender Bewehrung.

Am stärksten belastet ist die Tiefgarage. Sie bekommt das Tausalz direkt von den Reifen. An Balkonen zeigen sich Schäden meist zuerst, weil die Betondeckung dort geringer ist.

Schadensbilder

Woran ein Betonschaden zu erkennen ist

  • Haarrisse, die sich zu durchgehenden Rissen ausweiten
  • abplatzender Beton an Kanten, Stützenfüßen und Untersichten
  • rostbraune Verfärbungen und Rostfahnen auf der Oberfläche
  • freiliegende, korrodierte Bewehrung
  • hohlliegende Stellen, die beim Abklopfen dumpf klingen
  • Ausblühungen und Feuchteflecken als Zeichen wasserführender Risse

Je früher untersucht wird, desto kleiner der Eingriff, und desto eher trägt das Bauteil noch, statt ersetzt werden zu müssen.

Riss in einer Betonfläche, daneben ein Maßstab zur Breitenbestimmung
Rissbreite messenOb ein Riss verpresst, überbrückt oder nur beobachtet wird, entscheidet sich an Breite, Bewegung und Feuchtezustand.

Ausführung

Was wir ausführen

Welche Schritte im Einzelfall nötig sind, ergibt sich aus der Untersuchung des Bauwerks und der Planung. Der Umfang ist nie bei zwei Objekten gleich.

  1. Betonersatz nach Chlorideintrag

    Geschädigten Beton abtragen, mechanisch oder mit Höchstdruckwasserstrahlen, die Bewehrung freilegen und mit systemzugehörigem Mörtel reprofilieren.

  2. Korrosionsschutz der Bewehrung

    Korrosionsprodukte entfernen, Stahl entrosten, Korrosionsschutz aufbringen. Wo der Querschnitt zu weit abgerostet ist, wird Bewehrung ergänzt.

  3. Rissverpressung

    Epoxidharz stellt den Kraftschluss bei ruhenden Rissen wieder her, Polyurethan dichtet bewegte oder wasserführende Risse ab.

  4. Stützenfußreprofilierung

    Der Bereich, an dem Chloridschäden fast immer zuerst auftreten. Dort steht das salzhaltige Wasser am längsten.

  5. Fugeninstandsetzung

    Dehn- und Anschlussfugen erneuern. Eine undichte Fuge macht jede Fläche daneben wieder auf.

  6. Oberflächenschutz nach OS-System

    OS 8, OS 10 oder OS 11, je nach Beanspruchung und Rissverhalten. Welches System wofür steht, erklären die Fragen weiter unten. Beschichtungen außerhalb der Instandsetzung stehen unter Bodenbeschichtung.

Mitarbeiter führt eine Bodenschleifmaschine über eine Betonfläche
UntergrundVorbereitung der Fläche. Jede Beschichtung ist nur so gut wie der Untergrund, auf dem sie liegt.
Mitarbeiter zieht das Oberflächenschutzsystem mit der Rakel auf
OberflächenschutzAuftragen des OS-Systems in der vom Hersteller vorgegebenen Schichtdicke.
Freigelegte, stark korrodierte Bewehrung in einer aufgestemmten Betonwand
Freigelegte BewehrungSo sieht der Schaden aus, wenn der Beton abgetragen ist: Der Stahl hat seinen Rostschutz verloren.

Im Schnitt

Wie ein Riss geschlossen wird

Nicht jeder Riss wird gleich behandelt. Ob Epoxidharz oder Polyurethan eingesetzt wird, entscheidet sich danach, ob der Riss ruht, sich bewegt oder Wasser führt.

Schnitt durch ein Betonbauteil mit einem Riss, der sich von der Oberfläche nach unten verjüngt: Zwei Packer sind schräg gesetzt, sodass die Bohrungen den Riss in der Tiefe treffen; von dort füllt das Harz den Riss von innen nach außen
  1. 01RissVon der Oberfläche in den Querschnitt. Breite, Bewegung und Feuchtezustand bestimmen alles Weitere.
  2. 02BohrpackerSchräg angesetzt, sodass die Bohrung den Riss in der Tiefe trifft.
  3. 03HarzfüllungWird unter Druck eingebracht und füllt den Riss von innen nach außen.
  4. 04EpoxidharzBei ruhenden Rissen: Es stellt den Kraftschluss wieder her, das Bauteil trägt wie vorher.
  5. 05PolyurethanBei bewegten oder wasserführenden Rissen: Es bleibt elastisch und dichtet ab, ohne zu verspannen.

Vor der Ausführung

Drei Werte entscheiden, ob beschichtet wird

Ergänzende Prüfungen übernehmen wir bei Bedarf selbst. Sie kosten Zeit, und sie sind der Unterschied zwischen einer Beschichtung, die hält, und einer, die sich nach zwei Jahren samt Altbeton ablöst.

  1. Haftzugprüfung Ein Prüfstempel wird auf die vorbereitete Oberfläche geklebt und senkrecht abgezogen. Der gemessene Wert sagt, ob der Untergrund die Beschichtung trägt. Ist er zu niedrig, wird weiter abgetragen.
  2. CM-Messung Bestimmt die Restfeuchte des Untergrunds. Zu feucht heißt: Die Beschichtung haftet nicht dauerhaft, oder es bilden sich später Blasen.
  3. Altbetondruckfestigkeit Zeigt, ob der vorhandene Beton als Untergrund überhaupt taugt, oder ob tiefer abgetragen werden muss.

Nach welchen Regeln wir arbeiten

Geplant, ausgeführt und geprüft von verschiedenen Beteiligten

Maßgeblich ist die TR Instandhaltung, die Technische Regel „Instandhaltung von Betonbauwerken“ des Deutschen Instituts für Bautechnik. Sie hat die frühere Instandsetzungsrichtlinie abgelöst und regelt, wie Schäden untersucht, geplant, ausgeführt und überwacht werden.

Bei tragenden Bauteilen verlangt sie eine Planung durch einen sachkundigen Planer. Diese Planung führen wir aus. Wir übernehmen sie nicht selbst. So ist es vorgesehen, und so arbeiten wir.

UntersuchungBauwerksuntersuchung durch Sachverständigen oder Ingenieurbüro
Planungsachkundiger Planer legt das Instandsetzungsprinzip fest
AusführungLosi Bau als ausführender Fachbetrieb
ÜberwachungEigenüberwachung, bei Bedarf ergänzt durch Fremdüberwachung
AbschlussÜbergabeprotokoll, Prüfprotokolle, Fotodokumentation

Wer wofür zuständig ist, steht ausführlich auf Über uns.

Häufige Fragen

Neun Fragen zur Betoninstandsetzung

Von den Begriffen über die Prüfverfahren bis zur Frage, wann sich Instandsetzung noch lohnt.

Was ist der Unterschied zwischen Betonsanierung und Betoninstandsetzung?

Gemeint ist dasselbe. „Betoninstandsetzung“ ist der Begriff der technischen Regelwerke, „Betonsanierung“ der umgangssprachliche. Wer nach Betonsanierung sucht, findet dieselbe Leistung. In Ausschreibungen und Planungen steht in aller Regel Instandsetzung.

Was ist Chlorideintrag und warum zerstört er Beton?

Chloride stammen aus Tausalz, das über nasse Fahrzeuge in die Tiefgarage getragen wird. Sie dringen in den Beton ein und zerstören örtlich die Schutzschicht, die den Stahl vor Rost bewahrt. Der Stahl korrodiert punktuell, nimmt an Volumen zu und sprengt den Beton von innen ab. Deshalb sind Tiefgaragen besonders gefährdet.

Karbonatisierung oder Chloridkorrosion: Was ist der Unterschied?

Beide zerstören den Rostschutz des Bewehrungsstahls, aber auf verschiedene Weise. Bei der Karbonatisierung senkt Kohlendioxid aus der Luft langsam und flächig den Alkaligehalt des Betons. Chloride aus Tausalz greifen dagegen punktuell an und lösen Lochfraß aus, örtlich begrenzt, dafür tief. Chloridschäden sind deshalb meist aufwendiger instand zu setzen.

Was bedeutet OS-System (OS 8, OS 10, OS 11)?

OS steht für Oberflächenschutzsystem. Die Nummer beschreibt die Bauart: OS 8 ist eine starre, befahrbare Beschichtung für rissfreie Flächen. OS 10 ist eine rissüberbrückende Abdichtung, die unter einem Schutzbelag liegt. OS 11 ist rissüberbrückend und direkt befahrbar. Welches System passt, entscheidet sich nach Rissverhalten und Nutzung des Bauteils.

Was ist die TR Instandhaltung?

Die TR Instandhaltung ist die Technische Regel „Instandhaltung von Betonbauwerken“ des Deutschen Instituts für Bautechnik. Sie regelt, wie Betonschäden zu untersuchen, zu planen, auszuführen und zu überwachen sind, und hat die frühere Instandsetzungsrichtlinie abgelöst. Sie gilt für Bauwerke, an die bauaufsichtliche Anforderungen gestellt werden.

Was ist eine Haftzugprüfung und warum wird sie gemacht?

Bei einer Haftzugprüfung wird ein Prüfstempel auf die vorbereitete Betonoberfläche geklebt und senkrecht abgezogen. Gemessen wird, welche Zugkraft der Untergrund aushält. Das entscheidet, ob eine Beschichtung dauerhaft hält. Ist der Wert zu niedrig, muss der Untergrund weiter abgetragen werden, sonst löst sich die neue Schicht später samt Altbeton ab.

Was ist eine Potentialfeldmessung?

Die Potentialfeldmessung ortet Korrosion an der Bewehrung, ohne den Beton zu öffnen. Gemessen wird das elektrische Potential an der Oberfläche; auffällige Bereiche zeigen, wo der Stahl bereits rostet. So lässt sich das Schadensausmaß großflächig eingrenzen, bevor aufgestemmt wird, und der Abtrag bleibt auf das Nötige beschränkt.

Was ist Rissverpressung?

Bei der Rissverpressung wird ein Riss über Bohrpacker mit Harz oder Zementleim gefüllt. Epoxidharz stellt den Kraftschluss wieder her und wird bei ruhenden Rissen eingesetzt; Polyurethan bleibt elastisch und dichtet Risse ab, die sich noch bewegen oder Wasser führen. Welches Material passt, entscheidet sich nach Rissbreite, Bewegung und Feuchtezustand.

Wann lohnt sich Instandsetzung, wann Abriss und Neubau?

Solange die Bewehrung tragfähig ist und die Schäden örtlich begrenzt sind, ist die Instandsetzung fast immer günstiger als ein Neubau, bei Tiefgaragen um ein Vielfaches. Für einen Neubau spricht es erst, wenn der Querschnitt großflächig geschädigt, die Bewehrung stark abgerostet oder die Konstruktion ohnehin nicht mehr nutzbar ist. Das klärt eine Bauwerksuntersuchung.

Bauteil einschätzen lassen

Projektanfrage

Erzählen Sie uns von Ihrem Bauwerk.

Erstbesichtigung kostenlos, Antwort innerhalb von 24 Stunden.

Bis zu fünf, JPG oder PNG — große Fotos werden automatisch verkleinert. Gutachten per Mail.